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Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#1 von tho_schmitz , 06.07.2018 15:49

Moin Gemeinde,

nachdem ich über Suchfunktion nix gefunden habe, wollte ich mich mit nachfolgender Frage an euch wenden. Bei meinem Handbremshebel ist das Justierrädchen (dies mit der Skala von 1 ... 6) so voreingestellt, dass sich erst an einem Anschlag (in Stellung 1) der Hebel so ziehen lässt, wie ich das auch von anderen Maschinen kenne - also so, dass sich die maximale Pedalkraft in der Mitte des Hebelwegs einstellt. Ab Stellung 3 kann ich den Hebel bereits so weit durchziehen, dass dieser bei voller Handkraft bereits den Gasgriff berührt.

Ich hätte es nun gerne so, dass sich der jetzigen Zustand (Stellung 1) dann einstellt, wenn das Rädchen auf 3 oder 4 steht. In Stellung 1 würde die Bremse folglich deutlich früher bzw. giftiger ansprechen. Entsprechend würde sich ein weicheres Ansprechen bzw. Durchziehen bis zum Gasgriff erst in Stellung 6 ergeben.

Das Bike kommt gerade vom Service zurück und hat neue Bremsflüssigkeit bekommen. Das Bremsgefühl ist direkt und griffig, die Bremswirkung tadellos. Ein Defekt - etwa Luft in der Bremsanlage - kann ich also ausschließen.

Meine Frage: wie kann ich die Voreinstellung auf den von mir beschriebenen Wunschzustand verändern?

Vielen Dank vorab in die Runde für jede hilfreiche Antwort.

Greeetz, Thomas


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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#2 von JOBSI67 , 06.07.2018 17:08

Hallo,
ich würde sagen da stimmt was nicht. Bei meiner NC750S kann ich in keiner Position den Hebel bis zum Gasgriff ziehen. Das wäre ja auch ein sicherheitskritischer Zustand....


 
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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#3 von JOBSI67 , 06.07.2018 17:59

Nachtrag: pos. 6 mit ordentlich Zug bis Gasgriff möglich, gerade nochmal getestet.
Gleich kommen bei mir andere Hebel dran.
Thomas, wie viel Belag hat Deine Vorderbremse noch?


 
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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#4 von JOBSI67 , 06.07.2018 23:08

Habe heute beide Hebel durch Probrake Midi ersetzt. Nun in keiner Position mehr die Möglichkeit bis zum Gasgriff durchzuziehen. Hebel und Dosierung 1a. Montage 10 Min.


 
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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#5 von BW , 07.07.2018 13:33

Zitat von tho_schmitz im Beitrag #1
Meine Frage: wie kann ich die Voreinstellung auf den von mir beschriebenen Wunschzustand verändern?

Leider gar nicht!

Mit dem Einsteller ändert man nur die Griffweite bzw. den Winkel des Hebels um ihn an die individuelle Fingerlänge anzupassen.
Natürlich kann man damit auch entscheiden bei welchem Abstand des Hebels zum Lenker die volle Bremswirkung bzw. die ABS-Regelgrenze erreicht wird, der Hebelweg bis dahin und das Ansprechverhalten bleiben aber gleich.

Du müsstest den Weg verändern, den der Kolben in der Pumpe zurück legen muss bevor er die Rücklaufbohrung zum Ausgleichsbehälter verschließt und Druck im System aufbauen kann (Leerweg). Dafür gibt es aber bei deiner Pumpe keinen Einsteller.
Das Ansprechverhalten (Zunehmen der Wirkung im Verhältnis zum Weg bzw. zur Kraft) bzw. die "Giftigkeit" verändert man hauptsächlich über das Verhältnis zwischen dem Durchmesser des Kolbens in der Bremspumpe zu dem der Bremskolben im Bremssattel, die Reibpaarung von Scheibe und Belag und viele andere Kleinigkeiten, die man nicht so einfach über ein Rädchen einstellen kann.

Stell den Einsteller auf einen für dich akzeptablen Kompromiss ein oder versuche es mit einem anders geformten Hebel aus dem Zubehör, viel mehr kannst du nicht tun.

Zitat von JOBSI67 im Beitrag #4
Habe heute beide Hebel durch Probrake Midi ersetzt. Nun in keiner Position mehr die Möglichkeit bis zum Gasgriff durchzuziehen.

Weil der Hebel an sich kürzer ist.


PS: Ich frage mich immer wieder, warum es so wichtig sein soll, wie weit man den Hebel (im Stand) an Lenker ziehen kann. Probiert ihr das etwa auch bei der Fahrt?


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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#6 von tho_schmitz , 07.07.2018 14:25

Zitat von JOBSI67 im Beitrag #3
Nachtrag: pos. 6 mit ordentlich Zug bis Gasgriff möglich, gerade nochmal getestet.
Thomas, wie viel Belag hat Deine Vorderbremse noch?

Genügend: zu Beginn der Woche hatte ich Inspektion und TÜV, dort keine Auffälligkeiten. Wie gesagt ändert sich ja nicht das Bremsverhalten oder der Weg, den ich mit dem Hebel zurücklegen muss, um eine bestimmte Bremswirkung zu erzielen - genau so, wie es BW geschrieben hat. Nur bin ich verwundert, dass ich erst in Stellung 1 (Anschlag) die von mir bevorzugte Hebelwirkung erhalte und bei Stellung 6 ohne Probleme den Hebel bis zum Gasgriff durchziehen kann.

Ich dachte in meiner Blauäuigkeit, dass die Kraft, die ich am Handbremshebel ausübe, per Bowdenzug übertragen wird und dieser einen einstellbaren Offset hat. Scheint aber nicht so zu sein. Daher wundere ich mich, dass es hier scheinbar auch andere Situationen gibt, sich also der serienmäßige Handbremshebel bereits in Position 3 oder 4 so verhält wie meiner in Position 1.

Sei's drum: vielen Dank für die hilfreichen Hinweise.

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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#7 von tho_schmitz , 07.07.2018 14:30

Zitat von BW im Beitrag #5
Ich frage mich immer wieder, warum es so wichtig sein soll, wie weit man den Hebel (im Stand) an Lenker ziehen kann. Probiert ihr das etwa auch bei der Fahrt?

Ja, ich habe das auch während der Fahrt ausprobiert: Ich hatte unlängst Führerscheinprüfung (von A2 auf A) und bei den Vollbremsübungen ist mir das aufgefallen. Ich konnte in Pos 3 so gerade eben eine Vollbremsung hinlegen, aber der Hebel war dann schon am Griff angeschlagen. Ich habe noch höhere Einstellungen erst gar nicht ausprobiert, bin aber verwundert, dass sich bei meinem Bike erst in Position 1 der Hebel so verhält, wie ich mir das wünsche.

Anyway: vielen Dank für Deine Erläuterungen.

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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#8 von BW , 07.07.2018 19:54

Zitat von tho_schmitz im Beitrag #7
Ich konnte in Pos 3 so gerade eben eine Vollbremsung hinlegen, aber der Hebel war dann schon am Griff angeschlagen. Ich habe noch höhere Einstellungen erst gar nicht ausprobiert, bin aber verwundert, dass sich bei meinem Bike erst in Position 1 der Hebel so verhält, wie ich mir das wünsche.

Nach dem Service?
Interessant wäre, ob du die Blockiergrenze auf griffigem Belag schon vorher erreichst und dann den Hebel einfach noch weiter durchziehst während das ABS schon lange regelt.
Bei keinem Motorrad, mit dem ich jemals gefahren bin konnte man ohne vorheriges Erreichen der Blockiergrenze den Hebel komplett durchziehen, zumindest nicht ohne Luft im System, mit verbogenem Hebel oder einem anderen Defekt.
Bei der Bremswirkung darf der Hebel durch das Anschlagen am Griff auf gar keinen Fall der limitierende Faktor sein!


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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#9 von tho_schmitz , 09.07.2018 09:35

Habe jetzt folgenden Tipp ausprobbiert: Tipp: https://www.youtube.com/watch?v=Lll3ZwHA6Fs

Die Theorie dahinter scheint zu sein, dass ein Hebel, der sich weit nach hinten durchziehen lässt, auf etwas Luft in der Bremsanlage schließen lässt, der sich auf die gezeigte Weise reduzieren lässt. Ich bin subjektiv der Meinung, dass sich eine Besserung eingestellt hat. Nicht weltbewegend, aber spürbar besser als zuvor.

Was meint ihr?

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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#10 von BW , 11.07.2018 19:50

Zitat von BW im Beitrag #8
Nach dem Service?
Interessant wäre, ob du die Blockiergrenze auf griffigem Belag schon vorher erreichst und dann den Hebel einfach noch weiter durchziehst während das ABS schon lange regelt.

Huhu?

Der "Trick" mit dem Druck auf dem System bekämpft nur ein Symptom aber keine Ursache.
Wenn du dir mal die Kommentare unter dem Video anschaust dann wird auch klar, dass nicht mal die Symptome der Luft in der Bremse gelindert werden sondern nur das der sich nicht mehr leichtgängig selbst nachstellenden Kolben.
Wenn man etwas an der Bremse macht dann macht man es gleich richtig!


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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#11 von JOBSI67 , 11.07.2018 21:41

Finde das auch -wie schon geschrieben- merkwürdig und evtl. auch gefährlich. Würde das auf jeden Fall nochmal in der Werkstatt checken lassen...


 
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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#12 von tho_schmitz , 12.07.2018 14:23

Zitat von BW im Beitrag #8
Interessant wäre, ob du die Blockiergrenze auf griffigem Belag schon vorher erreichst und dann den Hebel einfach noch weiter durchziehst während das ABS schon lange regelt.

Ganz klar ja - die Bremsleistung ist einwandfrei. Und gerade gestern durfte ich das unfreiwillig ausprobieren.

Durch den im Youtube-Clip gezeigten Dreh ist das ganze etwas besser geworden. Wenn das keinen Beitrag leistet, die Bremse zu entlüften, bin ich beruhigt - denn dann würde ich Luft in der Bremse als Fehlerquelle ausschließen.

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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#13 von BW , 12.07.2018 15:23

Zitat von tho_schmitz im Beitrag #12
Durch den im Youtube-Clip gezeigten Dreh ist das ganze etwas besser geworden. Wenn das keinen Beitrag leistet, die Bremse zu entlüften, bin ich beruhigt - denn dann würde ich Luft in der Bremse als Fehlerquelle ausschließen.

Warum?
An der Luft im System ändert der "Trick" nichts, deshalb würde ich das als Ursache nicht ausschließen.


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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#14 von tho_schmitz , 12.07.2018 17:21

Zitat von BW im Beitrag #13
An der Luft im System ändert der "Trick" nichts, deshalb würde ich das als Ursache nicht ausschließen.

Natürlich schließe ich Luft im System nicht aus. Aber wenn die Bremse einwandfrei arbeitet und lediglich das Hebelgefühl zu weich ist (was sich durch den Dreh verbessern lässt, der ja nichts an der Bremse ändert), dann kann Luft doch nicht dafür der Grund sein - oder habe ich Deine anderen Posts falsch verstanden?

Anyway, ich fahre sicherheitshalber nochmals zur Werkstatt.

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RE: Frage zur Einstellbarkeit des Handbremshebels

#15 von BW , 12.07.2018 19:01

Zitat von tho_schmitz im Beitrag #14
Aber wenn die Bremse einwandfrei arbeitet und lediglich das Hebelgefühl zu weich ist [...] dann kann Luft doch nicht dafür der Grund sein - oder habe ich Deine anderen Posts falsch verstanden?

Doch, genau daran kann eben die Luft schuld sein. Luft lässt sich im Gegensatz zur Bremsflüssigkeit komprimieren und genau das fühlt sich dann weich an.
Es gibt noch ein paar andere Fehler, die eine gewisse Elastizität ins Spiel bringen können aber das führt jetzt zu weit.

Mit dem "Trick" von oben kannst du unter Umständen nicht mehr ganz leichtgängige Bremskolben im Sattel dazu bringen den Belagverschleiß kurzzeitig wieder richtig auszugleichen.
Die Kolben sitzen in einer Dichtung, die sich beim Ausfahren der Kolben (beim Bremsen) erst nur elastisch verformt und dadurch den Kolben wieder zurück zieht wenn der Druck weg ist. Erst wenn sich der Kolben durch Belagverschleiß weiter bewegen muss rutscht er in der Dichtung etwas weiter an die Scheibe heran und stellt sich selbst nach. Rutscht der Kolben aber nicht in der Dichtung, weil er durch Verschmutzung schwergängig geworden ist, dann nimmt durch den Belagverschleiß das Spiel zwischen Belag und Scheibe zu. Der Bremshebel muss dann weiter gezogen werden bevor überhaupt etwas passiert, der Druckpunkt wandert nach hinten.
Hat man dazu noch Luft in der Bremse und deshalb ein schwammiges Gefühl bringt der "Trick" aus dem Video zumindest kurzzeitig(!) den Druckpunkt wieder etwas vom Lenker weg. Schwammig bleibt es trotzdem, es passiert nur wieder früher etwas beim Ziehen des Hebels - bis die Beläge wieder etwas dünner geworden sind.

Zitat von tho_schmitz im Beitrag #14
Anyway, ich fahre sicherheitshalber nochmals zur Werkstatt.

Guter Plan!


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