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Diverse: Gabelölwechsel, Lenkererhöhung, verstellbare Fußrasten, Reifen

#1 von Oeldruck , 27.07.2021 16:28

Guten Tag zusammen,

ich habe mir eine gebrauchte RC90 mit 6500 KM gekauft, und passe die an meine Vorstellungen an.
U.a. muß der Abstand Rasten - Sitzbank für mich um 60 mm höher werden, bin 186 cm groß, und habe gern bequeme Kniewinkel.
Nachfolgend ein paar technische Infos und Erfahrungen, die ich bisher bei der Bastelei gemacht habe.

Verstellbare Fußrasten
SW-Motech Modell ION sind 15 mm tiefer wie Org., ohne Gummiauflage 23 mm tiefer.
Schräglagenfreiheit reicht locker noch aus.
Die Aufnahmen ( der Rasten ) müßen allerdings passend gefeilt werden, sonst stehen die Rasten schräg nach hinten oben.
Das war bei der linken org. Raste aber auch der Fall.
Bremshebel muß in der Höhe angepaßt werden.
Dazu Auspufftopf abbauen ( 2 * 12-er Schrauben ), dann ist die Längenverstellung gut zu erreichen ( oben mit 10er Maulschlüssel fixieren, unten mit 12er Maulschlüssel die Kontermutter lösen. Dann oben mit 10er die Gewindestange verstellen ).
Bremslichtschalter ( Rändelmutter ) nachstellen.

Lenkererhöhung
Um die Züge und Kabel in ihren Kabelbindern für die Erhöhung leichter nach oben schieben zu können und weil die Gabel eh raus sollte, habe ich die Seitenverkleidungen abgebaut.
Ging recht einfach.
Erst entsprechende Schrauben und Spreiznieten lösen, dann die jeweilige Verkleidung von hinten nach vorne ausklinken und aushaken.
Beim Einbau von vorne beginnend sauber einhaken und einklinken. Dann Schrauben und Nieten wieder verbauen.
Begrenzer für die max. Lenkererhöhung ist die Bremsleitung, die knickt unten am Lenkkopf schon sehr scharf zu Halterung am LK ab, da war nichts mehr zum hochschieben.
Vorsichtshalber werde ich nur 20 mm Erhöhung einbauen, keine 25 mm, was lt. Forum gerade noch gehen sollte.
Lenkerklemmungen 22 Nm, erst die oberen, dann die unteren Schrauben anziehen.

Gabel
spricht mir viel zu bockig an, daher Gabel ausgebaut und umgeölt auf SAE 7,5 W mit 24 cSt.
Org. ist SAE 10W mit 35 cSt eingefüllt.
ÖLstand 180 mm, Füllmenge ca. 430 ccm.
Obere Gabelbrücke 22 Nm.
Untere Gabelbrücke 39 mm.
Ich habe schon diverse Gabeln mit 30 oder 40 TKm zerlegt, bei denen das Öl noch gut war.
Bei der RC90 mit 7000 Km kam da eine dunkel-anthrazitfarbene Brühe aus, im Bodensatz des abgelassenen Öls war deutlich feiner Metallabrieb zu sehen.
Die Gabel scheint ziemlich streng in den inneren Führungen zu laufen, d.h. viel interne Reibung - paßt zum Zustand des alten Öls.
Daher hat sich das Losbrechmoment durch das dünnere Öl nur etwas verringert, ist immer noch zu hoch.
Das Federungsverhalten aber ist spürbar sensibler und komfortabler geworden.
Voher war die Gabel stuckeriger und unkomfortabler als das Federbein, jetzt ist die Gabel etwas feinfühliger als das Federbein.
M.E. würde die Gabel auch SAE 5W vertragen, ohne zu gautschen.
Aber dann paßt sie nicht mehr zur Abstimmung des Federbeins.
Beim Zerlegen fiel auf, daß im linken Holm keine Beilagscheibe zwischen Hülse und Feder verbaut ist, dafür sind im rechten Holm 2 Stück ?!
Immerhin: Gesamtlänge Feder + Hülse links ist gleich mit Gesamtlänge Feder + 2 Scheiben + Hülse rechts.

Fahrersitzbank
wird noch um 40 mm aufgepolstert.

Reifen Pirelli Scorpion Trail 2
Wie erwartet - das Fahr- und Lenkverhalten ist nicht wiederzuerkennen.
Mit den org. Reifen in engeren Kurven störrisch und schwerfällig, mit den Pirellis jetzt so, wie es sein soll.

Grüße
Daniel


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Oeldruck
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RE: Diverse: Gabelölwechsel, Lenkererhöhung, verstellbare Fußrasten, Reifen

#2 von Oeldruck , 08.09.2021 17:49

... ein Update zur Gabelabstimmung:
Bei der ersten Bastelei hatte ich leider den Negativfederweg (SAG ) nicht gemessen, also war jetzt Nacharbeit fällig.
Der Negativfederweg sollte zwischen 30 -35 % liegen.
Tatsächlich betrug er 45 %, das waren 18 mm zuviel.
Nach Einbau von Distanzhülsen und Unterlegscheiben mit einer Gesamthöhe von 15 mm habe ich jetzt einen Negativfederweg von 34%.
Die Gabel federt mit der erhöhten Vorspannung und dem dünneren Gabelöl Motul SAE 7,5 komfortabel und spricht wesentlich besser an.
5er Öl wäre jetzt zu dünnflüßig.
Ein Tipp noch zur spannungsfreinen Montage der Gabel:
Klemmung Gabelfaust links unten und die beiden oberen linken Befestigungsschrauben vom Kotflügel / Gabelstabi lösen.
Mopped aufrecht stehend mehrmals kräftig einfedern, dann Klemmung unten anziehen.
Dann erst die Kotflügelschrauben wieder anziehen.


Grüße

Daniel


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RE: Diverse: Gabelölwechsel, Lenkererhöhung, verstellbare Fußrasten, Reifen

#3 von Oeldruck , 09.09.2021 09:14

Ergänzung:
Wer bei einer RC90 die Gabelfedern vorspannen will:
Hülsen und Beilagscheiben brauchen dazu einen Aussendurchmesser von 35 mm.

Wer Preload-Adjuster einbauen will:
Die originalen 8Kantstopfen haben ein Feingewinde mit knapp 37 mm Aussendurchmesser.


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RE: Diverse: Gabelölwechsel, Lenkererhöhung, verstellbare Fußrasten, Reifen

#4 von Michael , 09.09.2021 09:36

Hab das im Wesentlichen bei der Gabel so gemacht wie Du, 7,5W hat's gebracht, ich hab Preload Adjuster eingebaut, weil das Sag schon ohne Fahrer viel zu groß war. Einziger Wehmutstropfen: Jetzt müste ich am Federbein was machen, das geht aber gleich richtig ins Geld (Wilbers, YSS...). Ich denke, da warte ich noch ein paar Kilometer (was ich dann später bereuhen erde ;)) und Tausche es, wenn es "durch" ist...


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RE: Diverse: Gabelölwechsel, Lenkererhöhung, verstellbare Fußrasten, Reifen

#5 von reinglas , 09.09.2021 15:17

Zitat von Michael im Beitrag #4
. . . . Ich denke, da warte ich noch ein paar Kilometer (was ich dann später bereuhen erde ;)) und Tausche es, wenn es "durch" ist...

Du musst dem Federbein einen Termin setzen. Ansonsten wartest du da ewig.

Reinhard


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RE: Diverse: Gabelölwechsel, Lenkererhöhung, verstellbare Fußrasten, Reifen

#6 von Michael , 09.09.2021 15:47

Das kann sein ;). Dann macht der Termin mein Geldbeutel. Das ist ja nicht ganz unerheblich....


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RE: Diverse: Gabelölwechsel, Lenkererhöhung, verstellbare Fußrasten, Reifen

#7 von Oeldruck , 13.06.2022 18:25

Zitat von Oeldruck im Beitrag #2
... ein Update zur Gabelabstimmung:
Bei der ersten Bastelei hatte ich leider den Negativfederweg (SAG ) nicht gemessen, also war jetzt Nacharbeit fällig.
Der Negativfederweg sollte zwischen 30 -35 % liegen.
Tatsächlich betrug er 45 %, das waren 18 mm zuviel.
Nach Einbau von Distanzhülsen und Unterlegscheiben mit einer Gesamthöhe von 15 mm habe ich jetzt einen Negativfederweg von 34%.
Die Gabel federt mit der erhöhten Vorspannung und dem dünneren Gabelöl Motul SAE 7,5 komfortabel und spricht wesentlich besser an.
5er Öl wäre jetzt zu dünnflüßig.
Ein Tipp noch zur spannungsfreinen Montage der Gabel:
Klemmung Gabelfaust links unten und die beiden oberen linken Befestigungsschrauben vom Kotflügel / Gabelstabi lösen.
Mopped aufrecht stehend mehrmals kräftig einfedern, dann Klemmung unten anziehen.
Dann erst die Kotflügelschrauben wieder anziehen.


Grüße

Daniel




Und noch ein Nachtrag zum Thema Gabelabstimmung:
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Nach der Verringerung des Negativfederweges von 45% auf 35% - das entspricht 15 mm - bemerkte ich, daß das Mopped deutlich kurvenunwilliger war und untersteuerte, d.h. immer einen weiten Bogen fahren wollte.
Die Ursachenforschung ergab u.a. folgende mögliche Gründe für diese Verschlechterung:
Zugstufendämpfung zu gering.
Negativfederweg zu gering.
Nachlauf zu groß.

Und tatsächlich war mit Gabelöl Motul SAE 7,5 die Zugstufendämpfung mit dem 35%-Negativfederweg etwas zu schwach, bin jetzt auf 8,5 gegangen, etwas straffer.
Dann noch die Gabel um 10 mm durchgesteckt, um damit die vorangegangene Erhöhung des Negativfederweges um 15 mm bzgl. Fahrweksgeometrie / Nachlauf etwas zu kompensieren.

Jetzt paßt das Kurvenverhalten für mich wieder.

Grüße

Daniel


 
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zuletzt bearbeitet 13.06.2022 | Top

   

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