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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#251 von Hondawolf , 22.01.2021 13:25

Tach, Gemeinde,

pünktlich zum Wochenende hier nun die nächste Ausgabe der Fernost-Zweirad-Postille, heute wieder als knackig-buntes Potpourri aller möglichen Motive aus dem Herbst und Winter.

Beginnen will ich mit einer sehr apart hergerichteten Custom-SuperCub (Bild 1): weitgehend orschinol, selbst die sonst gern genommene Schutzblechkürzung ist hier nicht erfolgt. Kurzschwinge am Vorderrad, Speichenräder, Steppsitzbank und diese hinreißende Farbe ergeben ein Ensemble, welches man sich gern anschaut.

Gleich daneben stand eine weitere Pretiose, die ich auch nicht unbeachtet lassen konnte. Eine Yamaha SR400 als Scrambler-Umbau (Bild 2). Sehr schick gemacht mit dezenter Höherlegung, Stollenreifen und Hochlenker. Handwerklich sauber ausgeführt (man beachte Scheinwerferhalterung und Blinker!) ist dieses Bike eine Augenweide und beweist, daß auch altehrwürdige Designs zeitgemäß aufgepeppt werden können.

Die Kurierfahrer haben es ja aktuell doppelt schwer: durch die massiv gestiegene Zahl der Lieferdienstfahrten werden die ohnehin schon langen Schichten noch weiter gedehnt, außerdem ist es kalt und rutschig auf den Straßen. Da tut eine Pause schon gut, wie man auf Bild 3 sieht. Dick eingepackt gönnt sich dieser PCX-Pilot erstmal 'ne Fluppe, bevor es wieder ins Getümmel geht.

Auch die nächsten beiden Bilder haben mit Kurierfahrzeugen zu tun: das exakt ausgerichtete Roller-Quartett auf Bild 4 fand ich sehenswert, fast wie damals das Fernsehballett. Ebenso eindrucksvoll ist die kantige Heckansicht der gleichen Truppe auf Bild 5. Nur die Kennzeichenaufreihung ist verbesserungsbedürftig...

Bild 6 zeigt den Möchtegern-Renner Honda NSR 50. Die gab's tatsächlich von 1989-1996. Was Hubraum und Reifengröße nicht schaffen, wird durch die übergroßen Rothmans-Aufkleber kompensiert: Racing-Atmosphäre wie bei den Erwachsenen! Gefunden hab ich dieses niedliche Rennerchen beim Yamaha-Maxam-Tuner bei uns um die Ecke.

Die folgenden drei Fotos (Bilder 7-9) sind einer Zufallsbegegnung am Namdaemun-Markt gewidmet, von der ich ganz begeistert war. Wie ich da so vor mich hin schlurfe, fährt mir doch eine alte Royal Enfield vor die Linse, die noch dazu von einem sehr stilbewußten Eigner bewegt wurde! Bild 7 zeigt die Ankunft: Lederjacke, Jeans, Jethelm sind natürlich ein Muß. Und an den Boots: ein extra Überzieherli als Schalthebel-Schutz für das empfindliche Leder! Sowas sieht man in der Tat selten...

Die Fotos 8 und 9 zeigen den exzellenten Zustand dieses Schmuckstücks: kein Stäubchen dran, schön poliert, aber nicht steril. Auch die Technikdetails überzeugen: starres Rahmenheck, der Sprungfedersattel, der superschlanke Erbsenschießer-Auspuff, Kennzeichenhalter und Rückleuchte - alles vom Feinsten, gleichwohl nicht übertrieben. Ich bin lange um dieses Motorrad geschlichen und konnte mich gar nicht sattsehen.

Das war’s für heute, bleibt gesund und aufrecht, bis demnächst in diesem Kino!


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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#252 von Hondawolf , 28.01.2021 07:26

Tach, Gemeinde,

bevor der Winter demnächst auch schon wieder rum ist (die Hoffnung hält uns aufrecht...), gibt es im heutigen "Schnee!!"-Special ein paar weißflockige Impressionen aus der hiesigen Zweiradszene.

Korea ist ein Land mit sehr ausgeprägten Jahreszeiten. Die Winter können hier knackig kalt und auch recht schneereich werden. In den Bergen im Nordosten des Landes (wo auch die Winter-Olympiade 2018 stattgefunden hat) findet man an vielen Ecken ein richtig schönes "Winter-Wonderland" mit dick Schnee und Temperaturen bis unter -20°C. In Seoul schneit es seltener und es wird auch nicht ganz so frisch.

Dieses Jahr hatten wir aber einige Phasen, in denen man gespürt hat, daß Winter auch in der Großstadt nicht nur eine ferne Jugenderinnerung ist. Zweiradtechnisch ist das natürlich eher schwierig, weil es dann echt rutschig und unangenehm wird. An einigen Tagen im Januar wurde auf den Essensbestell-Apps die Mitteilung eingespielt, daß keine Zustellung in bestimmte Stadtviertel erfolgen kann "due to bad road conditions", sprich: zu glatt und gefährlich.

Fototechnisch ist "Motorrad im Schnee" eine interessante Angelegenheit, die mich natürlich auch nach draußen getrieben hat. Einmal sogar spätabends, als es richtig dick und reichlich vom Himmel kam. Die dabei angefertigten Bilder 1 und 2 zeigen meine Lieblings-SuperCub im dichten Schneetreiben bei uns im Viertel.

Am nächsten Morgen nutzte ich die Gelegenheit für eine kleine Pirsch. Das hier schon mal im "Pärchen"-Special gezeigte, eng aneinander gekuschelte Daelim-Kuriermoped-Paar sieht schneebedeckt noch wärmebedürftiger aus (Bild 3).

Ein paar Meter weiter war aber schon zu sehen, daß das Zweiradleben auch unter diesen Bedingungen weitergeht. Der Honda Benly-Scooter und sein Nachbar Julio wurden an diesem Tag schon bewegt (Bild 4). Viel Zeit war offenbar nicht zur Vorbereitung der Fahrt, wie das Schneekissen im Körbchen des Benly zeigt, dafür sieht's hübsch aus.

Definitiv noch nicht von der Stelle gerührt (nicht nur schneebedingt...) hatte sich der Crosser auf Bild 5, was zu einem ausgesprochen pittoresken Motiv führte. Gesehen beim Maxam-Tuner bei uns um die Ecke.

Auch die beiden Pit-Bikes, die bei ihm auf der Schaufenster-Mauer stehen, waren sehr ansehnlich überzuckert (Bild 6).

Gleiches gilt für die Vespa auf Bild 7, deren Vorderrad in einer Mini-Schneewehe steckte. Schönes Details am Rande: die Hausmauer mit den changierenden Ziegelfarben.

Weniger erfreulich der Anblick des Fahrrades auf Bild 8: die vordere Felge hat's hinter sich, wobei man sich fragt, wie eine solch massive Verformung zu erzeugen ist.

Das letzte Foto in diesem Post zeigt einen durchaus seltenen Anblick: der Han-Fluß war im Stadtgebiet Seoul einige Tage Mitte Januar nahezu komplett zugefroren. Nach dem Hochwasser im August 2020 war dies eine ebenso eindrucksvolle Erscheinung. Zum Eis-Speedway hat's aber nicht gereicht...

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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#253 von Hondawolf , 29.01.2021 06:33

Tach, Gemeinde,

für das bevorstehende Wochenende habe ich ganz spezielle Lektüre und Bildmaterial im Angebot. Ich hoffe, daß mir die Admins das durchgehen lassen, weil es ausnahmsweise mal überhaupt nix mit zwei Rädern zu tun hat, sondern diesmal auf die Gefährte mit 4 Rädern abstellt, sprich: es soll um Autos in Korea gehen. Der Grund ist einfach: es gibt einfach zu viele interessante Fahrzeuge auf Koreas Straßen, um sie dauerhaft unbeachtet zu lassen. Bevor ich in die Präsentation, die heute drei Beiträge umfassen wird, einsteige, gibt es ein paar allgemeine Erläuterungen zum Hintergrund.

Koreaner lieben ebenso wie die Deutschen ihre blechernen Freunde. Die Verkehrsdichte ist zwar enorm, die Stauhäufigkeit legendär und der innerstädtische Parkraum knapp und teuer - dennoch lassen sich die meisten davon nicht abschrecken und sitzen in ihren Dosen, um zur Arbeit , am Wochenende mit der Familie "ins Grüne" und zum Einkaufen in die Konsumtempel zu fahren. Die Vielfalt des PKW-Marktes hier ist ähnlich groß wie in Europa, jedoch mit anderen Schwerpunkten.

Natürlich sind die lokalen Platzhirsche Hyundai und Kia omnipräsent. Aber auch Ssangyong (die seit Dezember 2020 insolvent sind), Renault-Samsung und die lokal produzierten Modelle von Chevrolet (einst Daewoo) trifft man häufig im Straßenbild. Daneben sind alle internationalen Marken vertreten, darunter die deutschen, britischen und italienischen Premiumhersteller wie auch Exoten im Sportwagenbereich (Aston Martin, McLaren). Auch japanische Firmen sind am Markt, werden aber zurückhaltend gekauft, das Verhältnis bleibt schwierig. Was es nicht gibt, sind z.B. Skoda oder Seat.

Von Kleinwagen wie dem witzigen Kia Ray über klassische Familien-SUVs wie dem Hyundai Tucson oder Kia Sportage bis zu Protzkarossen ist hier alles zu haben. Präferiert werden ab der oberen Mittelklasse Stufenheck-Limousinen. Anders als in Europa trifft man hier so gut wie keine Kombis. Warum das so ist, weiß ich nicht, denn SUV (die ja letztlich auch eine Kombi-Karosserie haben) boomen ähnlich wie in Europa. Ein BMW 5er Touring oder ein E-Klasse-Kombi sind jedoch absolute Ausnahmen im Straßenbild.

Was dafür dazugehört, sind edle Limousinen der Oberklasse aus einheimischer Produktion. Hyundai hat sich (ähnlich wie Toyota, Honda und Nissan) eine Luxusmarke geschaffen: Genesis. Diese Modelle müssen keinerlei Vergleich scheuen, wenn man sich z.B. in einen G90 (sowas wie die S-Klasse) setzt, klappt einem erstmal die Kinnlade runter: feinste Verarbeitung, modernste Technik, Assistenzsysteme etc. Wer was auf sich hält und zudem Patriotismus zeigen will, fährt einen Genesis. In den USA sind die Dinger überaus beliebt. Demnächst will man auch auf dem deutschen Markt starten. Generell ist die Qualität der hier gefertigten PKW sehr überzeugend, die Autos sind absolut konkurrenzfähig und preisbezogen meist besser ausgestattet als ihre europäischen Mitbewerber.

Zunehmend sieht man auch Elektroautos. Alle einheimischen Hersteller haben Hybride und E-Autos im Angebot - Marktanteil steil steigend.

Koreaner lieben alles Neue und Moderne. Das gilt ganz besonders auch für Autos. Umso erfreuter bin ich, wenn ich auch mal Blech treffe, was schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat, das ist nämlich echt selten. Wenn man dann mal einer solchen Antiquität ansichtig wird, ist es meist auch gleich richtig spannend. Offenbar gibt es trotz der übergroßen Neigung zum letzten Schrei ein paar Petrolheads, die sich mit Hingabe dem Erhalt von automobilen Schätzen aus der Vergangenheit widmen. Im ersten Post will ich ein paar davon vorstellen, ergänzt um ein paar andere Skurrilitäten der hiesigen Autowelt.

Nicht weit von uns wohnt der auf Bild 1 zu sehende Range Rover der ersten Generation, die bis Ende 1995 gebaut wurde. Das Teil ist also mindestens 25 Jahre alt und sieht aus wie frisch aus dem Laden. Derart gepflegte Oldtimer, die noch dazu im normalen Betrieb bewegt werden, sieht man sogar in Deutschland mittlerweile selten.

Auch aus good old England und ebenso mindestens 20 Jahre alt ist der Mini von Bild 2. Es handelt sich sogar um einen Rechtslenker, der auch seinen eigenen Parkplatz hat (man beachte das Schild an der Mauer links oben!).

Aller guten Dinge (in dem Fall aus England) sind drei: der alte Daimler von Bild 3 wird zwar nur noch sporadisch bewegt, hat aber eine hinreißende Farbe und die Original-Speichenfelgen. Ich bin mir nicht sicher, was das konkret für ein Modell ist (dazu ist die Geschichte von Jaguar/Daimler zu vielschichtig), aber es dürfte auch um die 25-30 Jahre alt sein.

Nun etwas Volkstümlicheres: ein VW Golf - aber ein Cabriolet der ersten Generation (Bilder 4 und 5). Alle kennen ihn, nicht alle mögen ihn, die meisten sind heute runtergeritten und totgetunt. Ein solches Auto hier zu treffen, hat mich doch verwundert, zumal auch dieses Exemplar mindestens 27 Jahre alt sein muß und dafür noch ausgesprochen gut aussieht.

Auch der nächste Kraft-Wagen ist eine Legende: ein BMW M3 E36, noch dazu als Viertürer (nur knapp 13.000 Stück wurden davon gebaut). Kein Stäubchen auf dem klassischen Silber, dafür Pizzabrett am Kofferdeckel, ansonsten clean - ein zeitlos schönes Auto (Bild 6).

Kommen wir zu abseitigeren Fahrzeugen: der schrullige Ssangyong Musso auf Bild 7 ist ein seltsames SUV. Es gab ihn auch in Deutschland, beliebt war er nur begrenzt. Der Besitzer dieses Schmuckstücks hat ihn ganz besonders apart "lackiert". Ist sicher Kunst, erschließt sich halt nicht jedem. Auf den ersten Blick sieht es aus, als hätten sich diverse Farbeimer über das Blech ergossen. Aber gut - jeder, wie er mag...

Ebenfalls ein Ssangyong-Modell, nämlich der noch schrägere Actyon Pickup, hat sich bei der Draisinen-Bahn in Wonju als Schlepper verdingt (Bild 8). Da er noch ein Nummernschild hat, gehe ich davon aus, daß er auch straßenzugelassen ist. Wird nur schwierig mit dem Felgendesign auf Asphalt...

Das letzte Foto (Bild 9) in diesem Post soll überleiten zu den im folgenden Beitrag zu sehenden Dosen: auffällige, getunte, ungewöhnliche Alltags-PKW. Hier also zunächst das Allerweltsmobil Lamborghini Aventador SVJ (770 PS) in Nahaufnahme. Davon fahren einige rum, was mir umso unverständlicher ist, als daß so gut wie alle Straßen hier regelmäßig mit "speed bumps" gepflastert sind, die mitunter richtig gemein sind und derartige Bodenfreiheiten wie bei diesem Lambo eigentlich von selbst verbieten. Aber hey: wird halt ein neuer Carbonspoiler angeschellt, kostet ja nicht die Welt...

Gleich gehts weiter, bleibt also dran!


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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#254 von Hondawolf , 29.01.2021 06:36

Und hier Teil 2 der Fernost-"Auto-Bild".

Weiter geht's ebenfalls mit einem Sportwagen auf Bild 1. Der Audi R8 V10 parkte so dominant vor den drei weißen Kia Bongo-Transportern - da konnte ich nicht vorbei, ohne ein Foto zu machen.

Bild 2 zeigt ein deutlich bescheideneres Fahrzeug. Der Besitzer dieses Chevrolet Spark (in Europa auch als Daewoo Matiz bekannt) dachte sich: wenn ich schon keine Garage habe, gebe ich wenigstens den Premium-Laternenparker. Und so bescheint halt ein Flutlicht seinen roten Flitzer.

Wir bleiben bei Alltagsautos. Wie man seinem komplett unauffälligen Chevrolet Orlando mehr Aufmerksamkeits-Appeal verleihen kann, zeigt Bild 3: zitronengelbe Folie drüber, spiegelnde Scheibentönung - schon verwechselt man ihn auf dem Parkplatz nicht mehr. Schön?- naja...

Ebenfalls gelb, aber original lackiert und mit schicken Tuning-Accessoires (BBS-Felgen, rote Bremssättel, schwarzer Grill) präsentiert sich der Kia Stinger auf Bild 4. Das ist übrigens ein weitgehend unterschätzter GT, der richtig gut geht (kein Wunder - mit 370 PS) und trotzdem einigermaßen familientauglich ist. Gibts auch in Europa.

Nicht zu haben ist dort der Kia Ray. Ein überaus interessanter und äußerst praktischer Kleinwagen mit vielen cleveren Detaillösungen, die ihn als Großstadtauto tauglich machen. Innen größer als außen, extrem wendig und ausreichend motorisiert ist er die koreanische Antwort auf die japanischen Kei-Cars. Es gibt ihn hier ab umgerechnet 10.000 Euro und er wird gern genommen. Hier als Firmenauto in der Blümchen-Edition für den Klamottenladen Marymond (Bild 5). Bedient den Niedlichkeits- und Mimimi-Bedarf des hiesigen Publikums.

Kommen wir wieder zu den Dinosauriern, hier in Form einer flammneuen Brabus-AMG-G-Klasse. Als wäre der "normale G63 nicht genug, muß es dann noch die Tuning-Variante sein (Bild 6). Wenn diese Schrankwand vor einem herfährt, ist man jeglichen Blickes nach vorn beraubt, dafür hat man beim Anfahren immer das Gefühl eines leichten Erdbebens vor sich. Man mag es kaum glauben, aber nach Aussage von hiesigen Mercedes-Händlern ist der neue G63 eines der beliebtesten Modelle , trotz Preisen ab 160.000 Euro...

Fortschrittlicher, wenn auch nicht unbedingt billiger ist die Kollektion von E-Autos (und zwar echte Vollzeitstromer!) auf Bild 7: wo sieht man schon mal einen Chevrolet Bolt EV, einen BMW i3 und einen Audi e-tron zusammen? Hier ist das durchaus der Fall. Übrigens tragen die Stromer alle Kennzeichen mit zartblauem Hintergrund und sind natürlich steuerbegünstigt.

Im ersten Post erwähnte ich die Edelmarke Genesis. Im zur Zeit ziemlich verwaisten Terminal 1 des Flughafens Incheon steht ein opulent ausgestatteter Werbestand mit der aktuellen G90-Limousine als Blickfang (Bild 8). Das ist ein 5,20-Meter-Schiff mit allem erdenklichen Luxus, motorisiert mit bis zu 415 PS aus einem 5,0-Liter-V8. Zeitgemäß oder nicht, darüber kann man sich streiten, aber das Ding gehört hier vor den Glitzer-Bürotürmen zum Inventar. Das Bedürfnis nach Prestige und Zeigen von Wohlstand sind elementarer Bestandteil dieser Gesellschaft.

Nicht, daß Verwechslungen auftreten: nein, Bild 9 ist nicht auf der Berliner Sonnenallee entstanden, sondern im Moscheeviertel von Seoul-Itaewon. Auch hier gibt es Geschmacks-Verirrungen wie diesen chromfolierten Mercedes C63 AMG. Ohne Vorurteile zu bedienen: auch das hiesige Fahrpersonal dieser Kisten hat gewisse Ähnlichkeiten mit den auf besagter Sonnenallee anzutreffenden Chauffeuren...

Gleich ist Teil 3 fällig, also wieder einschalten!


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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#255 von Hondawolf , 29.01.2021 06:39

Und hier der letzte Teil des Auto-Specials für heute.

Die Edelmarken der asiatischen Hersteller hatte ich ja schon erwähnt, Bild 1 zeigt ein Exemplar des Nissan-Ablegers Infiniti, ein G35 Coupé in einer interessanten Folierung. Das mattgoldene Markenemblem ist aber auch hier Pflicht. Gefunden habe ich dieses eher seltene Fahrzeug in einem der alten Viertel von Seoul in der Nähe des Hauptbahnhofes.

Die Marke Ssangyong kam ja hier schon zu Ehren. Das Design der meisten Kreationen dieser Marke ist, vorsichtig ausgedrückt, gewöhnungsbedürftig und hat sicher zu den überschaubaren Verkaufszahlen in den letzten Jahren beigetragen. Selbst die einstmalige Kooperation mit Mercedes hat wohl nicht ernsthaft zu einer Hebung des Prestiges beigetragen. Mittlerweile sind sie pleite, der indische Eigner Mahindra hat sich aus seinem Investment zurückgezogen und wie es weitergeht, ist unklar.

Ein ganz besonders schräges Modell war das SUV-Coupé Actyon, hier zu sehen in einer sehr aparten Ausführung, die die Liebe seines Besitzers zu Chromschmuck überdeutlich zum Ausdruck bringt (Bild 2). Letztlich ist aber auch das wohl verlorene Liebesmüh': wer einen Frontgrill mit der Optik eines zahnlos lächelnden Breitmaulfrosches für mehrheitsfähig hält, dem ist kaum zu helfen.

Auch beim Anblick des nächsten Folierungsunfalls blieb mir erstmal die Spucke weg. Dieser in glänzend rosenquarz-metallic gehüllte Genesis G70 fuhr mir mitten in der Stadt vor die Linse (Bild 3). Der G70 ist eigentlich eine richtig schicke Sportlimousine im Stile des 3er BMW, aber so??

Und weiter im Reigen der folierten Dosen. Diesen goldgelben Chevy Camaro traf ich kürzlich in Gangnam (Bild 4). Sieht gar nicht mal so schlecht aus... Ich würd's mir zwar nicht vor die Tür stellen, aber in Gangnam muß man halt auffallen.

Wir bleiben im gleichen Stadtteil und begeben uns in die Nähe der Einkaufstempel für die Reichen und Schönen. Die Ankunftsszene auf Bild 5 mußte ich einfach festhalten: der Fahrer des Mansory Rolls Royce Wraith sucht im Kofferraum vielleicht nach der passenden Sonnenbrille, um standesgemäß gewandet seinen Shopping-Walk anzutreten. Vor der Glas-Schaufenster-Fassade dahinter, die zum örtlichen Louis-Vuitton-Brand-Shop gehört, parken noch ein weiterer Rolls und ein Lambo, ich komme gleich nochmal drauf zurück.

Wie gesagt: Geld stinkt nicht und weil ja Reisen momentan nicht so gut geht, muß die Kohle halt woanders hin. Das Motiv auf Bild 6 ist 100% Gangnam: Luxus-Sportwagen vor Luxus-Boutique. Auch Corona tut der Shopping-Lust der oberen Zehntausend dieser Stadt keinen Abbruch, wie man sieht. Solche Szenen sieht man jedes Wochenende (ja, auch sonntags!) vor den Glitzer- und Glamour-Fassaden Seouls.

Bevor wir das Viertel verlassen, noch ein Schwarz-Weiß-Bild vom örtlichen RR-Dealer (Bild 7): der weiße Rolls Royce Ghost spiegelt sich im Schaufenster, hinter dem noch mehr Edelblech auf Kundschaft wartet.

Bild 8 entstand jüngst vor dem Hyatt Hotel. Ich glaubte zunächst einer optischen Täuschung aufzusitzen: gibt es jetzt auch Lamborghini-Taxis in der Stadt, zumal als Cabrio?? Die Farb-Übereinstimmung mit dem Karo-Einfach-Kia-K5-Taxi ist schon frappierend und gehörte natürlich gleich festgehalten.

Zum Abschluß noch ein fröhliches Bild eines Hyundai Porter, der zu einem fahrenden Einkaufsladen umfunktioniert wurde (Bild 9). Er hat alle möglichen Haushaltswaren und andere Dinge im Sortiment. Solche fliegenden Händler gibt es überall, meist erkennt man sie an den trötenden Lautsprecherdurchsagen, mit denen sie ihre Dienste feilbieten. Vollgepackt bis in den letzten Winkel, schaukeln sie durch die Wohnviertel der Stadt und erwarten ihre Kundschaft direkt am Straßenrand.

So, das war's für heute aus der Autoszene, nächstes Mal gibt es wieder Zweiradkost - das war jetzt eine Ausnahme, die hoffentlich trotzdem konveniert hat.

Bleibt gesund und aufrecht, bis demnächst in diesem Kino!


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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#256 von klaus-0902 , 29.01.2021 10:07

Zitat von Hondawolf im Beitrag #255
Auch beim Anblick des nächsten Folierungsunfalls blieb mir erstmal die Spucke weg. Dieser in glänzend rosenquarz-metallic gehüllte Genesis G70 fuhr mir mitten in der Stadt vor die Linse (Bild 3). Der G70 ist eigentlich eine richtig schicke Sportlimousine im Stile des 3er BMW, aber so??

So unterschiedlich sind die Geschmäcker... ich finde die Farbe richtig klasse.
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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#257 von reinglas , 30.01.2021 20:20

. . . ein guter Bekannter hatte mal einen japanischen Kleinwagen in diesem Farbton. Er nannte diese Farbe despektierlich "schweinchen-rosa". Autokauf war damals für ihn ein Schnäppchen. Er schluckte die Farb-Kröte. . . . aber wie gesagt: "Über Geschmack . . . ."

Reinhard


Keiner und Nichts kann mich enttäuschen.
Nur meine Erwartungen vermögen das.


 
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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#258 von Hondawolf , 06.02.2021 01:31

Tach, Gemeinde,

heute gibt es wieder wie angekündigt Zweiradkost nach der Devise "Klein-Fein-Fun!" Zwei Beiträge mit je fünf Fotos sind angesagt - kurz und knackig.

Kleine (sowohl Maße als auch Hubraum betreffend) Motorräder sind populär: gerade in Asien, wo extreme Wendigkeit im staugeplagten Stadtverkehr wichtig ist und meist Geschwindigkeiten gefahren werden, für die es selten hohe Leistungen braucht, verkaufen sich die Winzlinge gut. Spaß machen die auch, selbst wenn viele in Europa glauben, das sei an mindestens 100 PS gebunden.

Los geht es auf Bild 1 mit einer Suzuki VanVan, einem fett stollenbereiften Kraxler, dem auch Schlechtwegetauglichkeit ins Lastenheft geschrieben wurde. Dieses eidottergelbe Exemplar in Bestzustand fand ich in einem Hinterhof in der Nähe meines Hondahändlers in Gangbuk.

Wie gesagt: auch mit 50 ccm kann es spaßig zugehen. Den Beweis tritt der Kollege auf Bild 2 mit seiner schneeweißen Honda Benly 50 an, auch dieses Moped ist sehr gepflegt. Festgehalten habe ich diese fröhliche Ampelszene direkt vor dem "Backyard Builders"-Café im Osten von Seoul.

Bild 3 zeigt eine ebenfalls weiße (selten!) Honda CrossCub in Seoul-Itaewon. Der Kontrast zum feuerroten Hydranten war in der Abendsonne einfach zu verlockend, um daran vorbeizugehen.

Auf der Heimfahrt am gleichen Tag begegnete mir im Ampelstau die verschmitzt lächelnde Dame auf ihrer gelben SuperCub mit den allerliebst aussehenden, runden Köfferchen am Heck (Bild 4). Sie mag's auch ansonsten farbenfroh: Folklore-Jeans, orange Jacke, blauer Rucksack, braune Handschuhe, silberner Helm - das Leben ist bunt!

Das Vehikel auf Bild 5 gab mir zunächst Rätsel auf: eine Suzuki mit Honda-Motor??? Ich rieb mir die noch verschlafenen Äuglein (es war früh auf dem Arbeitsweg) und inspizierte diesen Zwitter näher. Es handelt sich um eine Honda XZ100, die recht gekonnt als Winz-Scrambler getunt wurde: Speichenfelgen, eine schwungvoll verlegte Auspuffanlage und ordentlich höhergelegtes Fahrwerk mit Hochlenker ergeben einen sicher hervorragenden Stadtwusel. Allein der Tank - nun gut, vielleicht wird er noch umlackiert, jedenfalls stiftet er Verwirrung...

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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#259 von Hondawolf , 06.02.2021 01:34

Und weiter in Text und Bild, diesmal ausschließlich unserer Hausmarke gewidmet, die ja im Klein- und Kleinstmotorrad-Bereich traditionell gut aufgestellt ist.

Bild 1 zeigt eine dezent getunte Honda Grom MSX125: der Motorspoiler stünde auch einer CB1000 gut, die ringsum eingesetzten roten Farbakzente sorgen für ein frisches Erscheinungsbild.

Noch kleiner, aber nicht minder gut ist die Honda Monkey auf Bild 2. Die steht im "Backyard-Builders"-Café als Deko und paßt da gut ins Bild.

Wir kommen zurück zur Grom: Bild 3 zeigt eine heftig getunte MSX mit verlängerter Schwinge und Höherlegung. So kommen auch etwas längerbeinige Fahrer zu ihrem Vergnügen, ohne sich mit den Knien die Ohren zuhalten zu müssen.

Und wieder zurück zur Monkey: Bild 4 zeigt ein aktuelles Modell mit Gußfelgen und neuem Outfit. Das Ding hat sogar ABS am Vorderrad! Gesehen vor einem Café im Moscheeviertel von Itaewon.

Und zum Schluß des "Klein-Fein-Fun"-Posts haben wir noch die kleine Schwester (weil nur mit 50ccm) der Super Cub - die Little Cub (Bild 5). Diese hier wurde liebevoll mit interessanten Details aufgehübscht und ist sehr gepflegt unterwegs.

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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#260 von Hondawolf , 12.02.2021 09:09

Tach, Gemeinde,

es ist wieder Zeit für die allwöchentliche Postille, diesmal zum Thema "Wartung, Pflege, Reparatur".

Wir alle wollen natürlich lieber fahren als putzen und schrauben (von ein paar Nerds mal abgesehen...), aber mitunter ist es unumgänglich, auch mal Hand an die Technik zu legen oder zum Putzlappen zu greifen. Auch hier sieht man solche Szenen - ein paar davon konnte ich im Laufe der Zeit festhalten und will sie im folgenden zum Besten geben.

Im Januar war es hier knackig kalt und die Kurierfahrer hatten eine schwere Zeit, zumal auch noch Schnee runter kam und es richtig glatt wurde. Kälte setzt bekanntlich der Starterbatterie zu und so kam es eines Montag morgens zu der Szene auf Bild 1: nachdem der Anlasser mangels Batteriestrom ausgehaucht hatte, trampelte der Kollege weitgehend lustlos auf dem Kickstarter seiner Daelim Daystar rum, ohne daß der Motor Lebenszeichen von sich gab.

Auf dem Rückweg von meiner Besorgung am Namdaemun-Markt konnte ich aber die Bilder 2 und 3 schießen, auf denen die Start- und Reparaturhilfe schon vor Ort war. Angereist war der Spezialist natürlich auch mit dem Motorrad, einer sehr abgeschabten Daelim. Offenbar gibt es eine Art Kurierfahrer-ADAC, der mit Power-Akku, Starthilfekabeln, Werkzeug und Know-how ausgestattet zu Diensten steht. Dick eingemummelt, legt der Profi auf Bild 2 gerade Hand an.

Nachdem die Mühle wieder lief und der Gelbe Engel seinen Kram zusammenpackt hatte, drückte ihm der erfreute Pannenheld die Kohle für den Service in die Hand (Bild 3).

Auch am Namdaemun, aber ein paar Meter weiter oberhalb der vorangegangenen Szene, konnte ich Bild 4 einfangen: eine Schnellwäsche aus der Sprayflasche mit anschließender Wassereimer-Spülung sorgt für neuen Glanz (??) an der CBF125. Naja, wenigstens ist der gröbste Dreck runter...

Sorgen ganz anderer Art hatte die Truppe auf Bild 5, die ich kürzlich am "Backyard-Builders"-Café traf: an der Harley leuchtete irgendein LED-Streifen nicht so, wie er sollte, was zur Operation an der offenen Elektrik führte. Zwei schrauben, drei gucken staunend zu, kennt man von woanders auch...

Immer wieder faszinierend (gerade für mich als Spotter) ist, wie hier trotz des Vorhandenseins einer Werkstatt auch größere Reparaturen gerne auf dem Trottoir davor erledigt werden. Warum das so ist, kann ich mir nicht erklären, man sieht es aber häufig. Bild 6 zeigt das: hier ist offenbar die Generalüberholung eines Super-Cub-Motors im Gange. Die Hälfte des Gehweges ist blockiert mit Motor-Innereien und Werkzeug. Höchst spannend zu sehen...

Eine Pretiose der besonderen Art konnte ich Mitte Dezember zum beginnenden Winter im Motorradviertel von Dongdaemun bewundern. Da war ein Schraubkünstler dabei, seinen Roller mit den hier beliebten Stützradanbauten zu versehen und damit umfallsicher zu machen. Die Bilder 7 und 8 zeigen diese Szenerie: der Hilfsrahmenanbau und das zusätzliche Paar Federbeine sehen schon abenteuerlich aus. Was es allerdings mit dem blauen Kehrbesen auf sich hat, erschloß sich mir nicht, eindeutig dagegen der Zweck des Schafsfells auf der Sitzbank: jeder mag es gern kuschelig...

Und zum Schluß ein Schnappschuß aus unserem Viertel: da prüft doch tatsächlich einer die Funktion des Bremslichtes an seinem Scooter! (Bild 9). Extrem selten, daß man so etwas sieht, aber immerhin.

Das war`s für heute aus der Wartungs- und Reparatur-Bastion Seoul, bleibt gesund und aufrecht, bis demnächst in diesem Kino!


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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#261 von aGentleBiker , 12.02.2021 10:11

ähm so mit der Sprühflasche wasche ich aber auch, da musste nur nach Baiertal kommen :D und auch die Wartung und kleine Schraubereien erfolgen bei mir aufm Gehsteig.


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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#262 von Hondawolf , 26.02.2021 04:43

Tach, Gemeinde,

heute eine neue Ausgabe der Fernost-Nachrichten. Nachdem ich kürzlich hier die kleinen, feinen Spaßmobile behandelt hatte, gibt es heute das Gegenteil: Schwermetall !!

Da fallen einem zunächst die Eisenschweine aus der HD-Schmiede in Milwaukee ein. Den Koreanern geht es genauso, HD ist hier äußerst beliebt und auch überall anzutreffen. Die Amerikaner haben ja sicherheitstechnisch Korea lange Jahre überhaupt das Dasein ermöglicht und fungieren bis heute als Schutzmacht, weswegen man sich allem US-amerikanischen gegenüber sehr wohlwollend verhält.

Daß die Harleys dann auch noch die Möglichkeit bieten, sie bis zum Umfallen zu individualisieren und wie einen Christbaum auszustatten, leistet der Beliebtheit nur Vorschub, bling-bling mögen sie hier bekanntlich. Und genau das gibt auch ein großer Teil des heutigen zweiteiligen Beitrags wieder: gestyltes Schwermetall.

Los gehts mit Bild 1, das vor dem Backyard Builders-Café entstand: eine HD in babyblau mit weiß, viel Chrom und braunem Leder - der Klassiker. Wichtig: Totenkopf-Aufkleber und Auspufftülle als Abstandhalter zum nachfolgenden Verkehr. Dahinter ein schlichteres Modell in schwarz.

Bild 2 zeigt eine auf den ersten Blick seltsame Kreation: das HD-Logo auf dem Tank ist durch "Peaches" ersetzt. Mir sagte das zunächst nichts, aber wie häufig hilft das Internet: "Peaches" ist eine koreanische Firma, die sich dem optischen Fahrzeugstyling verschrieben hat und mittlerweile einen guten Namen in der Szene hat. Man hat einige Projekte mit bekannten Namen der Modeszene (Nike u.a.) durchgezogen und ist dadurch auch in USA bekannt geworden. Sie selbst verstehen sich als Brückenbauer zwischen der amerikanischen und asiatischen Car-Styling-Szene. Näheres dazu hier: https://hypebeast.com/2020/7/peaches-car...-garage-culture. Daß sie sich auch Motorräder vornehmen, ist nur logisch: das Stylingbedürfnis ist auch hier ungebrochen.

Die nächsten Fotos (Bilder 3-6) zeigen ein Urgestein der hiesigen Szene. Der Besitzer und Betreiber von "Citymotors", HD-Händler und Servicestation in Chungmuro, nennt ein Eisen sein eigen, welches aus hiesiger Perspektive quasi aus Neandertaler-Zeiten stammt: eine 1987er "HD Tour Glide Classic Horse Chopper Inc. N°.2 Vintage Custom - King of the Highway". Das ist eine urige Maschine, die sicher über viele Jahre immer wieder Zuwendung erfahren hat und in Ehren gereift ist. Mit 34 Jahren auf dem Buckel hat sie entsprechende Patina angesetzt, ist aber gut in Schuß und wird regelmäßig bewegt. Interessante Details und Accessoires sind ringsum zu entdecken, siehe Fotos.

Die HD-Treiber sind ja häufig in Gruppen unterwegs, böse Zungen meinen: um sich im Pannenfalle besser helfen zu können. Mittlerweile sind die Geräte wohl halbwegs zuverlässig und man kann sich ohne kompletten Werkzeugkoffer aus der Stadt trauen. Das dachten sich die drei auf Bild 7 auch und warteten an der Ampel auf Grün, um weiter bollern zu können. Das belederte Pärchen ist übrigens auf den "Einstiegs"-Modellen der Company mit 750ccm unterwegs, nur begrenzt Schwermetall-tauglich.

Ich hab's ja schon gelegentlich erwähnt: hier ist viel Show angesagt, die Fakten dahinter sind manchmal dünn. Die Bilder 8 und 9 zeigen einen solchen Fall: da meint einer, seiner Umwelt weismachen zu müssen, er fahre eine Honda VF1200C, noch dazu mit Turbo... Ist natürlich ein Schmarrn, so ein Modell gabs nie. Es handelt sich um eine VF750C Magna, die optisch natürlich schon den EIndruck eines größeren Bikes vermittelt. Die vier Auspufftüten erinnern in ihrer Machart an Regenrinnen-Fallrohre, die Parallelogramm-Kohlenkästen an den Seiten nun wieder an das amerikanische Vorbild. Egal, wenn der Besitzer (übrigens ein Herr erkennbar jenseits der 60) Spaß dran hat, sei er ihm gegönnt.

Gleich gehts weiter mit Teil 2, bleibt also dran.


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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#263 von Hondawolf , 26.02.2021 04:46

Und hier Teil 2 der Schwermetall-Saga.

Er widmet sich fast ausschließlich meinem kürzlichen Besuch in der "Master's Garage" (das ist der mit dem Tmax-Moto-Guzzi-Eigenbau-Verschnitt) bei uns um die Ecke, wo ich mal wieder in den Katakomben seiner Rumpelbude fündig wurde. Da herrscht ein unglaubliches Durcheinander, trotzdem bringt dieses Atelier erstaunliche Motorradumbauten hervor. Offenbar kreatives Chaos...

Die Bilder 1-5 zeigen ein Ergebnis dieser Phantasie: ein Langgabler, dessen Tank mit Einlegearbeiten versehen ist, dazu Schlangenmotive über das ganze Bike verteilt und ein Schriftzug, dem man nicht unbedingt folgen möchte: "Fight to the bone", ich weiß nicht. Allerdings - wenn man den Sattel sieht, ist der Gedanke an den Kampf bis auf die Knochen naheliegend, da dämpft nix den Allerwertesten.

Weiter hinten in der Garage fand ich dann diverse, in verschiedenen Vollendungsstadien befindliche Projekte. Die Bilder 6 und 7 geben einen Überblick. Bild 8 zeigt das HD-Eisen, mit dem der Besitzer selbst unterwegs ist - selbstverständlich alles höchst eigenhändig restauriert und customisiert.

Zum Abschluß für heute Schwermetall der anderen Sorte: ein Daelim-Dreirad zieht einen Container-Anhänger von einer Parkfläche auf den nahen Namdaemun-Markt (Bild 9). Solche Gespanne sieht man dort häufig. Mitunter haben sie vier, fünf dieser Anhänger im Schlepptau, was für interessantes Fahrverhalten sorgt.

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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#264 von Hondawolf , 27.02.2021 07:32

Tach, Gemeinde,

bei der regelmäßigen Durchsicht meines Archives ist mir gerade aufgefallen, daß ich noch eine ganze Reihe Aufnahmen von hier verfügbar habe, die ebenfalls ins Thema "Schwermetall" fallen. Deshalb gibt es heute einen ergänzenden Beitrag dazu.

Es gibt ja nicht ausschließlich die Milwaukee-Company, die sich nur sekundär der Gewichtsersparnis ihrer Modelle widmet. Auch andere Firmen fühlen sich nicht verpflichtet, ihren Produkten besondere Diät zu verordnen. Dazu zählen auch die bajuwarischen Motorenwerke. Schon die optische Erscheinung ist meist sehr opulent. Die großen Tourermodelle sind echte Brummer, die sich hier dennoch großer Beliebtheit erfreuen. Bild 1 zeigt eine rote (eher selten) R 1250RT mit brauner Sitzlandschaft. Was immer wieder interessant zu beobachten ist: wenn die koreanischen Piloten ihre Schiffe entern, bekomme ich häufig Angst, daß gleich ein Unglück geschieht. So ein Gewicht in die Senkrechte zu bekommen, ist nicht so einfach, wenn man als Fahrer eher in der Bantam-Klasse unterwegs ist.

Zurück zur Klassik (wir werden noch ein paar Mal hin und her springen): Bild 2 zeigt eine Harley in sehr eleganter Farbgebung, gefällt mir sogar ganz gut. Was mich immer wieder erstaunt: an den Dingern findet sich meistens kein Stäubchen, sie sehen immer wie frisch aus dem Laden aus. Selbst die eher staubempfindlichen mattlackierten Teile sind immer blitzsauber...

Auch in dezentem blau, aber in anderer Mission war der Kollege auf Bild 3 unterwegs. Die Jungs (Mädels habe ich noch keine gesehen...) von der Rennleitung nehmen ihren Job zwar meist auf BMW in der Leuchtgirlandenausführung wahr (wie man hier am Rande sieht), aber es gibt auch Harleys im Dienste der Polizei. Die hier abgelichtete Truppe hatte offenbar Zeit, da sie sich als Linksabbieger in den Stau anstellte und keine Anstalten machte, sich mit lalüla den Weg freizuhupen.

Ich hatte vor einiger Zeit hier schon mal vom Besuch bei BMW Motorrad berichtet, damals ging es um die gerade erschienene R18. Jetzt zu Saisonbeginn sind die ersten Exemplare auch in freier Wildbahn anzutreffen, wie Bild 4 zeigt. Gesehen vor dem Bikercafé "Carnaby Street" im Osten der Stadt.

Wir bleiben bei den Bayern und der Farbe schwarz: Bild 5 konnte ich gestern abend bei uns im Viertel machen. Die K1600B gefällt mir als Motorrad eher nicht, der Baggerstyle paßt nicht recht zu diesem Modell, wie ich finde. Aber der Markt entscheidet, offenbar werden die Teile ja verkauft.

Auch unsere Hausmarke hat bekanntlich Legenden in der Schwergewichtsklasse hervorgebracht. Abseits der Gold Wing, die sich natürlich als erstes ins Gedächtnis schiebt, gibt es noch andere Modelle, die nicht minder eindrucksvolle Zahlen in die Waagschale werfen können. Die CB1300 (Baureihe SC40) von Bild 6 stammt aus den Jahren 1998-2002 und ist nach Aussage eines Kenners, den ich dazu konsultieren konnte, "tonnenschwer" und hat daher ein eher "elefantöses" Fahrverhalten. Das änderte sich in nachfolgenden Generationen gravierend und hat der CB ein Dasein bis heute (wenn auch nicht in Europa) gesichert. Angetroffen habe ich dieses schöne Motorrad im Moscheeviertel in Itaewon, wo es eine Reihe kleiner Schrauberbuden gibt. Man sieht übrigens im Hintergrund das Wievielt-auch-immer-Motorrad des Bewohners - einen Harley-Davidson-Tourer...

Eine amerikanische Marke, die zwar bekannt, aber geschäftlich leider nicht langfristig erfolgreich war, ist Victory. Es gab sie von 1997 bis 2017, die Modelle wurden auch in Deutschland angeboten und sie waren nahezu durchgängig ebenfalls der Blei-Kilo-Klasse zuzuordnen. Auch die Motoren waren gewaltig: der 106er Triebsatz mit 1731 ccm - keine Miniatur. Diese Dickschiffe wurden auch in Korea vertrieben, wie man sieht. Die Bilder 7 und 8 zeigen das Modell Vision Tour (Leergewicht 390 kg) mit interessanten Graphikdetails und einem Auspuff, der als Dual-Use-Artikel auch zum Geschoßwerfer taugt.

Zum Abschluß zurück zur Klassik: ohne Harley können wir dieses Kapitel nicht beenden. Eine "Heritage Softail" mit einem komplett belederten Fahrer, der 1:1 dem Klischee entspricht, das man von so einem Gesamtensemble inkl. Fransen, Schnallen, Ledertaschen etc. einfach hat, bilden einen würdigen Abschluß der Saga, wie ich finde (Bild 9).

Das war`s für heute aus der Schwermetallmetropole Seoul, bleibt gesund und aufrecht, bis demnächst in diesem Kino!


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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#265 von sternenkreuzer , 27.02.2021 08:34

Hallo Wolf,
deine Artikel sind immer wieder herzerfrischend.
Vielen Dank


Der Norden dreht auf

Die linke zum Gruß
Hans


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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#266 von Hondawolf , 07.03.2021 13:07

Tach, Gemeinde,

Thema des heutigen Geschreibsels wird sein: "Glanz-Glamour-Farbe". Ohne diese Elemente wäre das Leben deutlich weniger bunt und vielfältig. Allerdings ist die Quantität der hier anzutreffenden, glitzerbunt ausstaffierten Dinge mitunter etwas überreichlich, die Farbzusammenstellungen sind nicht immer nach westlichem Geschmack. Darüber läßt sich aber nicht streiten und schon gar nicht über die Tatsache, daß damit auch eine graue und eher dunkle Vergangenheit dieses Landes von seinen Einwohnern symbolisch zurückgelassen wird. Egal, ob Klamotten, Spielzeug, Wohnaccessoires - ohne viel Farbe und Glanz geht's nicht. Das erstreckt sich auch auf den Zweiradsektor, wie dieser Post beweisen soll.

Los geht's mit einem äußerst eleganten und auffälligen Yamaha-Maxam-Sofaroller (Bild 1). Neben dem sehr aparten Farbton fallen natürlich die Chromstreifen am Heck auf. Noch mehr leuchten die Lautsprechermembranen, das Lila sticht schon sehr ins Auge. Ein liebevoll gepflegtes Exemplar, was da vor sich hin glänzt...

Kaum ein Beitrag hier ohne Hondas Super Cub. Diesmal muß eine 125er mit Koffersatz in passenden Kontrastfarben herhalten, um dem Anspruch des heutigen Mottos gerecht zu werden (Bild 2). So ein knallbuntes Zweirad ist überall ein Hingucker, ich finde sie sehr schick.

Vespas in allen Erscheinungsformen sieht man in Korea sehr oft. Auch die Italiener mögen es ja eher farbintensiv und lebendig. Die Roller-Klassiker aus Pontedera verkaufen sich dementsprechend hier wie frisches Kimchi, die Händler sind passend dazu opulent ausgestattet, um Kunden anzuziehen. Die Bilder 3-5 geben einen Eindruck aus einem der örtlichen Piaggio-Salons wieder. Bunt wie ein Kanarienvogel-Haus und sehr ansprechend dekoriert, ist dieser Italo-Tempel ein Augenschmaus der Sonderklasse.

In der Nähe meines Honda-Händlers in Gangbuk habe ich kürzlich durch Zufall eine unglaubliche Schrauberbude aufgetan, die ich demnächst noch näher vorstellen werde. Der Eigentümer ist ein sympathischer Paradiesvogel mit Ahnung und schwimmt offenkundig gegen den Strom. Er repariert zum Broterwerb alles, was zwei Räder hat und baut nebenher aus Passion alle möglichen Mopeds, Motorräder und Roller wieder auf. Vor seiner Werkstatt fand ich passend zum heutigen Thema eine Honda DMC Super DH88 in schillerndem Türkis mit Speichenrädern und in Liebhaber-Pflegezustand. Dieses tolle Stück funkelte in der Nachmittagssonne wie ein Edelstein (Bild 6).

Schwarz ist ja eigentlich eine Nicht-Farbe, die nicht wirklich leuchtet, sondern Licht schluckt. Auf die Spitze getrieben hat man das mit Vanta-Schwarz (Google hilft). Das Gegenteil davon zeigt Bild 7: ein Yamaha-Maxam-Sofa, dessen schwarzer Lack mit so viel Glimmer angereichert ist, daß es nur so glitzert. Auf Wunsch auch als Taxi zu mieten (Bild 8)...

Auch manche Kurierfahrer wollen sich mit Glanz und Glitter von der eher öl-grauen Masse ihrer Kollegen abheben. Zum Glück gibt es genügend Anbieter von Eloxal-Teilen in allen Regenbogenfarben, mit denen sich ein "one-and-only"-Scooter kreieren läßt. Bild 9 zeigt den schon fortgeschrittenen Prozeß der Teil-Vergoldung eines Honda PCX (Spiegel, Trittbretter, Soziusfußrastenabdeckung, Bremssattelabdeckung, Handhebel, Sturzpads), die überdies ergänzt wird durch einen Racing-Auspuff. So aufgehübscht findet ihn sein Besitzer auch im dichtesten Getümmel sicher wieder.

Das war`s für heute aus der bunten Glitzerstadt Seoul, bleibt gesund und aufrecht, bis demnächst in diesem Kino!


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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#267 von reinglas , 07.03.2021 13:32

Hallo "Hondawolf",
wieder mal etwas aus der Ferne. Danke.
Habe mal über Farbe nachgedacht. Bisher war der Tag hier ein Schwarz/Weißer. Das Licht fehlte.
Nur das Licht macht die Farbe farbig. Bei Schwarz verliert das Licht. Deshalb ist es auch keine Farbe - quasi disqualifiziert.
Aber Weiß ist auch keine Farbe. Jetzt weiß ich nicht mehr weiter.

Reinhard


Keiner und Nichts kann mich enttäuschen.
Nur meine Erwartungen vermögen das.


 
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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#268 von Hondawolf , 13.03.2021 00:53

Tach, Gemeinde,

heute soll es um Eindrücke aus hiesigen Zweirad-Werkstätten und deren Tätigkeit gehen.

Im letzten Post hatte ich ja angekündigt, eine Schrauber-Rumpelbude vorzustellen, die mich nach dem Besuch dort noch lange beschäftigt hat. Sie befindet sich im Nordosten der Stadt im Bezirk Gangbuk, in der Nähe meines Honda-Händlers. Es gibt ja hier viele so Krauter, die die Millionen Kurierroller und sonstiges Zweirad-Gerät instand halten oder ggf. reparieren. Bei mehr oder weniger allen sieht es drinnen und zwei Meter drumrum aus, als hätte gerade ein Granatenangriff stattgefunden: ungeheures Durch- und Ineinander von Teilen, Betriebsstoffen, Werkzeugen, Material und sonstigem Kruscht. Der, von dem hier die Rede ist, toppt bisher alles:

Der ohnehin knappe Innenraum der Werkstatt ist zugestellt bis zur Halskrause, so daß man genau einen Roller durch das schmale Tor auf eine Art Hebebühne bekommt, sich dann aber nur mit Mühe noch um die eigene Achse drehen kann. Sollte man auch ohnehin vermeiden, weil auf Schritt und Tritt Kabelreste, Schrauben und alle möglichen Teile rumliegen, über die man jederzeit stolpern kann. Wie man in diesem Chaos was findet und damit arbeiten kann, erschließt sich dem Außenstehenden definitiv nicht.

Aber: der Eigner spricht gepflegtes Englisch, ist fachlich versiert und weiß, was er tut. Er hat mir an einem Samstagnachmittag eine aus fix zusammengesuchten Teilen improvisierte Schweißarbeit (dazu demnächst mehr) erledigt, die nichts zu wünschen übrig läßt. Währenddessen habe ich mich im (soweit möglich) und um den Laden etwas mit der Kamera umgeschaut und ein paar Impressionen eingefangen, die auf den Bildern 1-6 zu sehen sind.

Der alltägliche Routinejob besteht auch in dieser Garage in der Wartung und Reparatur von Rollern. Nebenbei baut der Chef Custom-Zweiräder (meist kleineren Hubraums) auf und verkauft sie. Beliebte Modelle sind Hondas Super Cub und die XZ100 Ape. Teile und sonstiges Material hat er mangels Platz im Inneren rings um seine Werkstatt im Außenbereich angehäuft, das Motto lautet unverkennbar: "hier kann man alles noch mal gebrauchen."

Und so hängen Auspuffanlagen einträchtig nebeneinander, davor eine zuwendungsbedürftige, rosige Honda Super DH88 (Bild 1), fristen Schwingen samt Hinterrad neben Lenkerverkleidungen und Telegabelholmen ein rostiges Dasein (Bild 2), präsentieren sich halboffene Motoren dem Betrachter (Bild 3) und ergeben sich interessante Durchblicke auf Moped-Details (Bild 4). Dazwischen stehen mehr oder weniger zerlegte Zweiräder rum (Bild 5), auch halbwegs komplett aussehende sind am Start (Bild 6, diese XZ100 trägt einen Supertrapp-Auspuff!).

Es gibt noch weitere Improvisationskünstler in Seoul, u.a. auch bei uns im Viertel. Da hat sich ein besonders phantasievoller Tuner gedacht: "Super Cub geht auch als Big-Foot-Chopper" - und sich flugs Hammer und Sichel geschnappt und das Monstrum auf Bild 7 geschaffen. Die Arbeit an diesem Werk verlangt offenbar kreative Schaffenspausen - da fehlt noch einiges, bis dieses Gerät wieder rollt (oder hier besser: walzt...).

Die Komposition auf Bild 8 traf ich im Werkstattviertel von Dongdaemun: eine betagte Honda Fireblade neben einer aufgebockten Yamaha-Triebsatzschwinge (abgedeckt von einer Eierpappe). Auch das quasi mitten auf dem Bürgersteig und erkennbar nicht den ersten Tag dort befindlich. Krönung dabei der Wischmopp im Hintergrund...

Schließen will ich mit der maladen Honda Pan European auf Bild 9. Schon erstaunlich, was unter dem ganzen Plastik-Geraffel so an Technik zum Vorschein kommt. Hier sind offenbar noch größere Operationen erforderlich, wie man am zerpflückten Vorbau und den sonstig fehlenden Teilen sehen kann. Auch dieses Projekt findet im Freien statt, warum auch immer...

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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#269 von Vercoquin , 14.03.2021 02:52

Zitat von Hondawolf im Beitrag #264
Eine amerikanische Marke, die zwar bekannt, aber geschäftlich leider nicht langfristig erfolgreich war, ist Victory. Es gab sie von 1997 bis 2017, die Modelle wurden auch in Deutschland angeboten und sie waren nahezu durchgängig ebenfalls der Blei-Kilo-Klasse zuzuordnen. Auch die Motoren waren gewaltig: der 106er Triebsatz mit 1731 ccm - keine Miniatur. Diese Dickschiffe wurden auch in Korea vertrieben, wie man sieht. Die Bilder 7 und 8 zeigen das Modell Vision Tour (Leergewicht 390 kg) mit interessanten Graphikdetails und einem Auspuff, der als Dual-Use-Artikel auch zum Geschoßwerfer taugt.
Die Victory ist ja optisch schon beeindruckend - Retro-Future pure:-)

Offensichtlich nichts für Hardcore-HD'ler und Indianer.


-- Cheers Ray


 
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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#270 von Vercoquin , 14.03.2021 05:08

Zitat von Hondawolf im Beitrag #268
Auch dieses Projekt findet im Freien statt, warum auch immer...
Ein Argument für "im Freien" lautet "mehr Licht". Und bei den überfüllten Korea-Werkstätten auch "mehr Platz";-)


-- Cheers Ray


 
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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#271 von Hondawolf , 27.03.2021 08:37

Tach, Gemeinde,

draußen regnet's und das Motorrad wartet in der Garage auf trockene Tage, die aber wohl nächste Woche anstehen. Ich habe Urlaub und wir werden auch mal wieder auf Tour gehen. Davon werde ich berichten, wenn's soweit ist. Für heute soll es mal wieder Hausmannskost geben, sprich: ich stelle Wegesrandfunde aus dem Zweiradleben hier vor.

Bild 1 zeigt eine arge Zweckentfremdung: der Roller als Wäschetrockner. Bunt mögen sie es hier, das habe ich schon oft erwähnt. Gesehen in Gangnam in einer kleinen Seitenstraße abseits der Glas- und Glitzerpaläste.

Alte Motorräder sieht man hier selten. Umso mehr war ich erstaunt, eine durchaus betagte Honda Transalp (Bild 2) zu entdecken, die noch dazu komplett in mattschwarz getunkt war. Wenn ich mich recht erinnere, ist das bisher das einzige Exemplar dieser Baureihe gewesen, dessen ich hier ansichtig wurde.

Wir bleiben bei unserer Marke: eine ebenfalls nicht mehr frische, aber deutlich farbintensivere Honda VT irgendwas steht vor einer pittoresk angemalten Wand bei uns im Viertel (Bild 3). Imposant die Soziuslehnenkonstruktion - da werden die Durchfahrtshöhen bei Brücken interessant...

Das abgehalfterte Zweirad auf Bild 4 ist das Modell einer weitgehend unbekannten Marke aus Großbritannien, die in Taiwan produziert wurden: es handelt sich um eine Megelli 250S. Sieht eigentlich recht fesch aus, war aber kommerziell wohl ein Schuß in den Ofen. Das hier gezeigte Teil wartet auf eine ungewisse Zukunft, die mutmaßlich eher beim Verwerter stattfindet.

Putzmunter kommt dagegen die Suzuki auf Bild 5 daher: bißchen abgeschabt zwar, aber dafür ein netter Umbau, der sich auf Nötigste beschränkt. Gefunden im pittoresken Viertel Haebangchon in unserer Nachbarschaft.

Ein paar Meter weiter gab es gleich noch eine Pretiose des Tuning-Gewerks zu bestaunen: eine Honda CB400 in der seltenen Farbkombi graublau-gelb-braun (Bild 6).

Ganz ohne Tuning, dafür in niedlichem Babyblau und mit Dschungel- und Wildtier-Hintergrund zeigt sich die Honda Super Cub auf Bild 7. Die Wanddeko gehört zu einem vietnamesischen Restaurant unweit unserer Behausung.

Selten, aber doch ab und an hier zu sehen sind Cross-Motorräder. Bild 8 zeigt eine KTM in Ready-to-Race-Bemalung. Sie wird offenbar recht hart rangenommen, wie die diversen Dellen im Krümmer belegen.

Auch die Kurier-Piloten sind nicht humorfrei, wie man am heutigen Schlußbild 9 sieht: das Plastikkisten-Gesicht staunte mich an, als ich um die Ecke kam und dieses Exemplar erblickte.

Das war`s für heute, bleibt gesund und aufrecht, demnächst gibt es noch weitere Ausgaben der Wegesrandfunde in diesem Kino!


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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#272 von Schubkarre-Eifel , 27.03.2021 17:40

Tolle Bilder,mehr davon ,bitte.


 
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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#273 von Hondawolf , 05.04.2021 13:48

Tach, Gemeinde,

Ostern ist fast rum und ich hatte andere Verpflichtungen, so daß erst jetzt der zweite Wegesrandfund-Post erscheint. Mein Urlaub und die erwähnte Tour zusammen mit meinem Filius ist Geschichte, darüber wird demnächst zu berichten sein. Für heute wie gesagt: Wegesrandfunde-Edition 2.

Beginnen soll der Reigen mit einem Foto eines der hier recht häufig anzutreffenden Italjet-Straßenbikes in himmlischem Blau (Bild 1). Pea-Shooter-Auspuff, Weißwandreifen und das Chrom-Schutzblech vorn sorgen für den nostalgisch-edlen Touch.

Die Viererflotte von Bild 2, bestehend aus weißen Honda Fuma (die heißen echt so) mit Rundumleuchten-Topcase, gehört zum Fuhrpark des Sicherheitsdienstes der "Ewha Womans University Seoul". Deren Campus ist so groß und weitläufig, daß es dieser Scooter bedarf, um ihn bestreifen zu können. Akkurat geparkt warten sie auf ihre Piloten.

Wer sagt eigentlich, daß ein Topcase fürs Motorrad immer eine speziell designte Ausführung sein muß? Wie man auf Bild 3 sieht, tut's auch ein großer Rollkoffer. Ästhetisch jetzt nicht der letzte Schrei, auch die Verzurrung auf dem rustikal gearbeiteten Träger läßt Luft nach oben - aber es erfüllt seinen Zweck. Gesehen im Moscheeviertel von Itaewon, wo sich noch andere Bizarritäten dieser Art auftun.

Ein paar Meter weiter fand ich die abgehalfterte Honda Super Cub von Bild 4. Ein antikes Exemplar in schwarz, die der hoffentlich baldigen Restaurierung harrt. Sicher ein sehenswertes Stück Technik, wenn es denn mal soweit sein sollte.

Bild 5 nenne ich "Wunsch und Wirklichkeit": der Schrauberladen "Seoul Motors HRT" in einer winzigen Gasse im Viertel Chungmuro wirbt mit zwei feschen Bildern von großvolumigen Choppern für seine Dienste, die Realität vor dem Rolltor ist deutlich trauriger: eine weitgehend gestrippte Super Cub wartet da auf bessere Zeiten. Für ordentliche Illumination ist immerhin gesorgt: man beachte das gewaltige Leuchtmittel über dem Firmenschild!

Crosser sieht man hier eher selten, deshalb freute es mich, mal eine Honda CRF250 vor die Linse zu bekommen (Bild 6). Aufgeschnappt in Hannam vor der "Ferro-Garage", die auch Guzzi und Vespa reparieren - rechts im Hintergrund sieht man eine Breva 750.

Im Marktviertel von Namdaemun mitten im Zentrum von Seoul trifft man oft auf interessante Zweiräder. Weswegen die Allerwelts-Daelim von Bild 7 meine Aufmerksamkeit fesselte, wird erst auf den zweiten Blick deutlich: dieses Bike gehört einem Mechaniker, der die Tür des im Hintergrund zu sehenden Fotoladens richtete. Sein Werkzeug und Material hatte er in der Hecktasche dabei, aber jetzt kommt's: Kleinteile wie Schrauben, Muttern, Nägel, Krampen etc. führte er an einem Magneten am Steuerkopf vor dem Tank mit (Bild 8). Er hatte das auf beiden Seiten dran, wie ich feststellen konnte. Eine sehr, nun ja: unkonventionelle Lösung... Abgesehen davon hat der Tank schon einiges mitgemacht, wie man an seinem Äußeren unschwer erkennen kann.

Zum Schluß gibt es heute ein Foto für die Freunde der vierbeinigen Fellknäuel: der Hund auf Bild 9 wohnt auf dieser Matratze unter freiem Himmel, ich treffe ihn recht regelmäßig bei meinen Mittagsspaziergängen. Er hat auch häufig Kurierroller als temporäre Nachbarn, wie man sieht. Das Tier gehört einem Bistrobetreiber, der offensichtlich für ihn sorgt, ihn aber wohl nicht im Innenraum haben will/kann. Gemessen am Schicksal vieler Streuner in diesem Land hat es dieser Hund noch gut getroffen: er wird gefüttert, friert nicht, wird nicht geschlagen und chillt in der Sonne.

Das war`s für heute, bleibt gesund und aufrecht, demnächst gibt es noch zwei weitere Ausgaben der Wegesrandfunde in diesem Kino!


"Übergewicht kommt selten im Kopf vor." (Art van Rheyn)

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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#274 von Hondawolf , 13.04.2021 13:57

Tach, Gemeinde,

aktuell komme ich wegen dienstlicher und privater Verpflichtungen weniger häufig als eigentlich beabsichtigt zum Schreiben. Soll aber nicht heißen, daß ich dieses Forum hier vernachlässige, nur werden die Abstände zwischen den Postillen gelegentlich etwas größer. Da ich noch einiges zum Thema "Wegesrandfunde" in petto habe, soll es damit als Wochenmitte-Post hier auch weitergehen.

Starten will ich mit dem Gefährt auf Bild 1, dessen Fahrer offensichtlich Deutschland-Fan ist (auch wenn einem das in letzter Zeit schwerer fällt, es gibt nicht mehr so viel, worauf man da stolz sein kann, aber das gehört nicht hierher...) Der Betrachter erkennt das unschwer am Styling seines ansonsten ziemlich abgeschabten Kymco-Rollers: allüberall schwarz-rot-güldene Aufkleber-Applikationen. Warum er sein Mobil derart verzierte - wie immer eine offene Frage...

Im gleichen Viertel fand ich eines Wintermittags das schon länger abgestellte und hübsch beschneite Daelim-Moped von Bild 2. Ziemlich lädiert und wohl kaum noch das Interesse seines Besitzers auf sich ziehend, rostete es in der hinteren Ecke eines Hofeinganges vor sich hin. Warum es mir überhaupt auffiel, war den leuchtend roten, hinteren Stoßdämpferhülsen zu verdanken.

Auch sehr auffällig und definitiv sehenswert war das Zwillings-Paar BMW RnineT auf Bild 3. Dieses Duo parkte kürzlich am Namdaemun-Markt. Kann gut sein, daß ihre Besitzer schon mal das falsche Bike starten wollten, weil sie sich so ähnlich sehen. Muß man sich das Kennzeichen oder das hintere Reifenprofil merken, das unterscheidet sich bei beiden deutlich.

Kaum ein Post ohne unsere Hausmarke - heute mit der Goldwing von Bild 4. Sie gehört dem Besitzer des dahinter zu sehenden Guesthouse 24. Er fährt auch im Winter, wie man sieht.

Noch eine Honda gibts auf Bild 5: der Benly-Besitzer macht das eher schmale Image seines Rollers durch ein umso größeres Logo auf der Frontverkleidung mehr als wett, buchstäbliche Sahnehäubchen sind auch die drei roten Schräubchen auf dem Scheinwerfer.

Nahe meiner Arbeitsstelle parkt seit kurzem tagsüber regelmäßig eine spannend aussehende KTM 790 Adventure (Bild 6). Das ansonsten schon fast omnipräsente Orange der Ösi-Eisen ist hier durch ein dominierendes Lila mit Grün-Akzenten ersetzt worden - mal was anderes und recht erfrischend. "Ready to race" ist die Mühle natürlich trotzdem...

Die lauschige Vespa-Versammlung von Bild 7 traf ich im Hinterhof der Ferro-Garage im Stadtteil Hannam, wo ich kürzlich auch zum Reifenwechsel war. Die Italo-Klassiker sind hier bald häufiger als im Herkunftsland anzutreffen. Korea ist ein riesiger Rollermarkt - und weil Style wichtig ist, greifen viele zum Original.

Auch kaum ein Post ohne eine Tuning-SuperCub: das Exemplar auf Bild 8 macht unmittelbar gute Laune beim Anblick: "Every day another holiday" ist doch mal ein akzeptables Motto...

Schließen will ich mit einem besonders kuriosen Motiv, welches mir im vergangenen Winter unweit des Hauptbahnhofes an einer Straßenecke begegnete: da hat der Ladenbesitzer der chemischen Reinigung extra eine "No smoking zone" eingerichtet und was macht der davorstehende Roller - dampft aus allen Nähten !! Ich mußte doch heftig grinsen, als ich diese Szene sah. Auflösung: aus der Wand in Höhe des Trittbretts des Rollers kommen Abluftrohre, aus denen die heiße und feuchte Luft des Reinigungsbetriebes austritt. Ob das dem Roller auf lange Sicht guttut, ist eine andere Frage...

Das war`s für heute, bleibt gesund und aufrecht, demnächst gibt es noch eine abschließende Folge der Wegesrandfunde in diesem Kino, danach geht`s mit anderen, ebenfalls spannenden Themen weiter.


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RE: Eine NC ganz weit weg...: Geschichten aus Fernost

#275 von reinglas , 16.04.2021 16:58

Hallo @Hondawolf
erlaube mir die Frage: Womit fotografierst du ? Hast du eine große Spiegelreflex oder eine kleine Systemkamera ? Meine hat mir kürzlich mitgeteilt, dass alle aufgeladenen Batterien leer seien. Am Ladegerät liegt es nicht (Olympus OM-D EM10 II). Nun muss ich bezüglich Ersatz eine Entscheidung treffen.

Reinhard


Keiner und Nichts kann mich enttäuschen.
Nur meine Erwartungen vermögen das.


 
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zuletzt bearbeitet 16.04.2021 | Top

   

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